Das Konsensrad von Betty Martin – Wie Paare mehr Klarheit und Intimität gewinnen können
- carolinemolitoris
- 24. Sept.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 14. Okt.

Wenn es um Intimität und Sexualität in Beziehungen geht, stehen viele Paare irgendwann vor ähnlichen Fragen:Wie können wir einander besser verstehen?Wie können wir unsere Wünsche klar ausdrücken?Wie schaffen wir es, Grenzen zu respektieren und trotzdem mehr Nähe zu erleben?
Ein kraftvolles Werkzeug, das hier unterstützen kann, ist das Konsensrad (Wheel of Consent) von Dr. Betty Martin. Es bietet Paaren eine leicht verständliche Landkarte, um über Berührung, Wünsche und Einverständnis ins Gespräch zu kommen – und so Intimität bewusst und erfüllend zu gestalten.
Was ist das Konsensrad?
Das Konsensrad unterscheidet vier Arten, in denen wir miteinander in Kontakt treten können. Es geht darum, wer gibt und wer empfängt – und ob etwas für mich selbst oder für den anderen geschieht.
Die vier Quadranten:
Nehmen (Taking): Ich nehme mir etwas, das du mir erlaubst, weil es mir Freude macht.
Empfangen (Allowing/Receiving): Ich erlaube dir, etwas mit mir zu tun, das dir Freude macht.
Geben (Serving): Ich gebe dir etwas, weil es dir Freude macht.
Annehmen (Accepting): Ich nehme etwas von dir an, weil es mir Freude macht.
Dieses Modell macht deutlich: Alle Rollen sind gleichwertig und wichtig. Häufig sind wir es gewohnt, vor allem zu „geben“ oder zu „erlauben“, und vergessen dabei unsere eigenen Wünsche. Das Konsensrad lädt dazu ein, bewusst zu erforschen: Was möchte ich eigentlich? Was möchte mein Partner oder meine Partnerin?
Warum ist das Konsensrad so wertvoll für Paare?
Viele Missverständnisse in Beziehungen entstehen, weil nicht klar ist, wer gerade für wen handelt. Das Rad hilft, diese Dynamik sichtbar zu machen.
Beispiele:
Du massierst deinen Partner. Tust du es, weil er es sich wünscht (Geben) – oder weil du es genießen möchtest, ihn zu berühren (Nehmen)?
Dein Partner streichelt dich. Er tut es, weil er deine Entspannung fördern will (Geben) – oder weil er es liebt, deine Haut zu spüren (Nehmen)?
Beides ist richtig und wertvoll – doch erst wenn es ausgesprochen wird, entsteht Klarheit und Vertrauen.
So können Paare das Konsensrad für ihre Intimität nutzen
1. Gemeinsames Verständnis schaffen
Setzt euch zusammen und besprecht die vier Quadranten. Vielleicht hilft es, sie aufzuzeichnen. Fragt euch:
In welchen Bereichen unserer Beziehung erleben wir die einzelnen Rollen?
Gibt es Quadranten, die wir kaum oder nie leben?
2. Wünsche klar aussprechen
Übt, euch gegenseitig Wünsche zu formulieren – und zwar so, dass deutlich wird, für wen etwas geschieht.
„Ich möchte dich berühren, weil es mir Freude macht.“ (Nehmen)
„Ich wünsche mir, dass du meinen Rücken massierst, weil es mir guttut.“ (Annehmen)
3. Ein bewusstes „Ja“ und „Nein“ kultivieren
Das Rad ermutigt dazu, ehrlich zuzustimmen oder abzulehnen. Ein klares Nein ist genauso wertvoll wie ein Ja – denn nur so entsteht echtes Vertrauen.
4. Spielerische Übungen einbauen
Nehmt euch 10 Minuten Zeit: Einer fragt, was er gerade tun darf, der andere gibt die Erlaubnis oder lehnt ab. Danach wird gewechselt.
Sprecht anschließend über eure Erfahrungen: Was war leicht? Was war herausfordernd?
Mehr Nähe durch Klarheit
Das Konsensrad von Betty Martin ist weit mehr als ein Modell für bewusste Berührung. Es ist ein Spiegel für Beziehungsmuster und eine Einladung, Intimität neu zu entdecken. Paare, die damit experimentieren, erleben oft mehr Vertrauen, Freiheit und Lebendigkeit – weil sie lernen, Wünsche und Grenzen offen zu kommunizieren.
Melde dich gerne bei mir für ein kostenloses Erstgespräch – ich freue mich darauf, euch ein Stück auf eurem Weg zu begleiten.
Caroline
Ich bin Heilpraktikerin und begleite Frauen und Paare in ein lustvolles und verbundenes Leben. Meine Schwerpunkten Paartherapie, körperorientierte Sexualtherapie, Frauengesundheit, Aufstellung und Breathwork




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