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Mit regelmäßigen Selbstliebe-Ritualen das Sexleben verbessern? Warum liebevolle Berührung so viel verändern kann

  • Autorenbild: carolinemolitoris
    carolinemolitoris
  • vor 1 Tag
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 8 Stunden


Mit Selbstliebe - Rituale das Sexleben verbessern?

Selbstliebe beginnt nicht unbedingt mit einem positiven Gedanken vor dem Spiegel. Manchmal beginnt sie ganz leise: mit einer Hand auf deinem Bauch, einem bewussten Atemzug oder ein paar Minuten, in denen du deinen Körper berührst, ohne etwas erreichen zu müssen.


In meiner Arbeit als Sexualtherapeutin und Heilpraktikerin für Frauenheilkunde begegnen mir viele Frauen, die den Kontakt zu ihrem eigenen Körper ein Stück weit verloren haben.


Sie funktionieren. Sie kümmern sich. Sie sind für andere da. Sie kennen ihren Körper vielleicht sehr gut – und gleichzeitig fühlen sie ihn kaum noch.


Manche Frauen wünschen sich mehr Lust. Andere möchten wieder leichter erregbar sein, einen besseren Zugang zu ihrem Körper finden oder ihre Sexualität intensiver erleben. Wieder andere spüren vor allem eines: „Ich möchte mich wieder mehr in meinem Körper zu Hause fühlen.“


Und genau hier können regelmäßige Selbstliebe-Rituale etwas verändern.

Nicht, weil jede Frau täglich ihren Körper massieren oder masturbieren müsste.

Sondern weil regelmäßige liebevolle Zuwendung eine Einladung sein kann, wieder in Beziehung mit sich selbst zu kommen.


Was bedeutet Selbstliebe eigentlich?

Selbstliebe wird häufig mit Selbstakzeptanz, Selbstfürsorge oder Selbstbewusstsein gleichgesetzt. Für mich geht sie noch einen Schritt weiter.


Selbstliebe bedeutet auch:

Ich nehme mich wahr.Ich höre mir zu.Ich muss nichts leisten, um Zuwendung zu verdienen.Mein Körper muss nichts Bestimmtes können oder aussehen.Ich darf spüren, was gerade da ist.


Gerade in Bezug auf Sexualität ist dieser Unterschied wichtig.

Denn wie soll Lust entstehen, wenn wir unseren Körper ständig beobachten, bewerten oder optimieren?

Wenn während einer Berührung im Kopf gleichzeitig die Gedanken laufen:

Sehe ich gerade gut aus? Bin ich sexy genug? Warum werde ich nicht erregt? Müsste ich nicht mehr Lust haben? Komme ich gleich zum Orgasmus?


Dann sind wir zwar körperlich anwesend – innerlich aber oft weit entfernt.


Selbstliebe ohne Druck – genau darum geht es

Für mich ist der wichtigste Teil eines Selbstliebe-Rituals deshalb: Es gibt nichts zu erreichen.


Du musst nicht entspannen.

Du musst nicht erregt werden.

Du musst keinen Orgasmus haben.

Du musst dich danach nicht besser fühlen.

Du darfst einfach wahrnehmen.


Vielleicht fühlt sich dein Bauch heute weich an. Vielleicht angespannt. Vielleicht möchtest du deine Brüste berühren, vielleicht deinen Rücken, deine Beine oder dein Gesicht.

Vielleicht möchtest du dich überhaupt nicht berühren.

Auch das ist Selbstliebe.


Denn Selbstliebe bedeutet nicht, sich zu etwas zu zwingen, das vermeintlich gut für einen ist. Sie bedeutet, die eigenen Grenzen und Bedürfnisse ernst zu nehmen.


Warum Berührung für unsere Sexualität so wichtig sein kann

Unser Körper lernt durch Erfahrung.

Wenn Berührung über längere Zeit hauptsächlich mit Sexualität, Leistung, Erwartungen oder dem Wunsch verbunden ist, dem Partner oder der Partnerin etwas zu geben, kann es schwerer werden, Berührung einfach als angenehm zu erleben.


Ein Selbstliebe-Ritual kann einen anderen Erfahrungsraum schaffen:

Berührung ohne Erwartung.

Du berührst dich nicht, damit etwas passiert.

Du berührst dich, um zu spüren, was passiert.

Diese kleine Veränderung kann einen großen Unterschied machen.

Denn gerade bei Sexualität geht es nicht nur darum, wie viel Lust wir haben. Es geht auch darum, wie gut wir unseren Körper wahrnehmen, wie sicher wir uns in ihm fühlen und wie frei wir darin sind, unseren eigenen Empfindungen zu folgen.


Was ich in meiner Arbeit mit Frauen beobachte

In meiner Arbeit erlebe ich immer wieder, dass Frauen beginnen, ihren Körper anders wahrzunehmen, wenn sie ihm regelmäßig und ohne Leistungsdruck Aufmerksamkeit schenken.


Manche werden sensibler für angenehme Berührungen.

Andere bemerken früher, wann sie eigentlich Nähe möchten – und wann nicht.

Manche entdecken, dass ihre Lust viel stärker davon abhängt, wie sie sich im Alltag fühlen, als sie bisher gedacht haben.

Und wieder andere erleben ihren Körper nach Jahren der Distanz plötzlich wieder als etwas Lebendiges.


Das kann ganz unspektakulär beginnen.

Eine Frau nimmt sich fünf Minuten Zeit.

Sie legt eine Hand auf ihren Bauch.

Atmet.

Spürt.

Und irgendwann entsteht vielleicht der Gedanke:

„Da bin ja ich.“

Für mich ist das ein wichtiger Schritt hin zu einer lebendigen Sexualität.


Kann Selbstliebe das Sexleben verbessern?

Ja, regelmäßige Selbstzuwendung kann die eigene Sexualität positiv beeinflussen – aber nicht als schnelle Methode nach dem Motto: „Mach diese Übung und du bekommst mehr Lust.“


Sexualität ist komplex.

Lust hängt unter anderem mit unserem Körper, unserem Nervensystem, unseren Hormonen, unserer Beziehung, Stress, Schlaf, Erfahrungen, Selbstbild und vielen weiteren Faktoren zusammen.


Trotzdem kann eine liebevolle Beziehung zum eigenen Körper eine wichtige Grundlage sein.

Denn wenn du deinen Körper besser kennst, kannst du auch leichter herausfinden:

  • Was fühlt sich für mich angenehm an?

  • Welche Berührung mag ich?

  • Wann entsteht Lust?

  • Was brauche ich, um mich sicher und entspannt zu fühlen?

  • Wo liegen meine Grenzen?

  • Was wünsche ich mir von meinem Partner oder meiner Partnerin?

  • Was macht mich neugierig?

  • Und was möchte ich eigentlich gar nicht?


Selbstwahrnehmung kann damit zu einem wichtigen Bestandteil einer selbstbestimmten Sexualität werden.


Selbstliebe-Rituale müssen nicht kompliziert sein

Ein Selbstliebe-Ritual kann fünf Minuten dauern.

Du kannst morgens nach dem Aufstehen deine Hände auf deinen Körper legen und für einen Moment bewusst wahrnehmen, wie du dich heute fühlst.

Du kannst dir nach dem Duschen Zeit nehmen, deinen Körper langsam einzucremen – nicht automatisch, sondern mit Aufmerksamkeit.

Du kannst dich nackt vor den Spiegel stellen und versuchen, deinen Körper für einen Moment nicht zu bewerten.


Oder du legst dich abends ins Bett, schließt die Augen und fragst dich:

„Was fühlt sich gerade gut an?“

Und dann wartest du.

Nicht auf die richtige Antwort.

Sondern auf das, was dein Körper dir tatsächlich mitteilt.


Ein kleines Selbstliebe-Ritual für dich

Vielleicht möchtest du es einmal ausprobieren:

1. Schaffe einen ungestörten Raum.Fünf bis zehn Minuten reichen.

2. Atme zunächst einfach.Du musst nichts verändern.

3. Lege eine Hand auf deinen Bauch und eine auf dein Herz.Spüre Gewicht, Wärme und Kontakt.

4. Wandere langsam mit deiner Aufmerksamkeit durch deinen Körper.Wo fühlst du etwas? Wo fühlst du wenig? Wo ist Spannung? Wo ist Weichheit?

5. Beginne, dich dort zu berühren, wo es sich stimmig anfühlt.Vielleicht an den Armen, im Gesicht, am Bauch oder an den Beinen.

6. Lass jede Erwartung los.Du musst nicht erregt werden. Du musst nichts „richtig“ machen.

7. Frage dich am Ende:Was hat mir heute gutgetan? Was möchte ich beim nächsten Mal vielleicht anders machen?

So kann aus ein paar Minuten Berührung nach und nach eine echte Beziehung zu deinem Körper entstehen.


Und was hat das mit Lust zu tun?

Vielleicht mehr, als wir zunächst denken.

Denn Lust lässt sich nicht immer erzwingen.

Sie entsteht häufig dort leichter, wo wir uns sicher, neugierig, verbunden und frei fühlen.

Wenn wir dagegen ständig versuchen, Lust herzustellen, kann genau dieser Druck sie blockieren.

Deshalb geht es in meiner Arbeit nicht darum, Frauen „lustiger“ zu machen.

Es geht vielmehr darum, ihnen wieder Zugang zu ihrem eigenen Erleben zu ermöglichen.


Was spüre ich? Was möchte ich? Was fühlt sich gut an? Was brauche ich? Was macht mich lebendig?


Aus dieser Verbindung kann Sexualität wieder mehr Raum bekommen.

Und manchmal verändert sich dadurch nicht nur das Sexleben.

Sondern auch die Beziehung zum eigenen Körper.


Selbstliebe ist kein weiteres To-do

Vielleicht ist das Wichtigste, was ich dir mitgeben möchte:

Mach auch aus Selbstliebe keine neue Aufgabe.

Du musst nicht jeden Morgen meditieren, jeden Abend deinen Körper massieren und dreimal pro Woche masturbieren, um „gut mit dir verbunden“ zu sein.

Vielleicht besteht dein Selbstliebe-Ritual heute darin, früher schlafen zu gehen.

Vielleicht darin, Nein zu sagen.

Vielleicht darin, deinen Körper nicht zu kritisieren.

Vielleicht darin, dir Zeit für Lust zu nehmen.

Oder darin, einfach einmal zehn Minuten nichts zu tun.

Selbstliebe beginnt dort, wo du aufhörst, dich selbst zu einem Projekt zu machen.

Und stattdessen beginnst, dir zuzuhören.


Eine liebevolle Beziehung zu dir selbst verändert auch deine Sexualität

Ich glaube, dass Sexualität nicht nur etwas ist, das zwischen zwei Menschen stattfindet.

Sie beginnt auch in der Beziehung, die wir zu unserem eigenen Körper haben.

Je mehr wir lernen, unseren Körper wahrzunehmen, Grenzen zu spüren, Bedürfnisse ernst zu nehmen und angenehme Berührung zuzulassen, desto mehr können wir uns auch in Begegnungen mit einem anderen Menschen zeigen.

Nicht perfekt.

Nicht immer lustvoll.

Aber anwesend.


Und vielleicht ist genau das ein Teil von dem, wonach sich viele Frauen eigentlich sehnen:

Nicht mehr leisten. Nicht mehr funktionieren. Nicht mehr „sexy sein müssen“. Sondern sich selbst wieder spüren.


Wenn du merkst, dass du dir mehr Verbindung zu deinem Körper, deiner Weiblichkeit oder deiner Sexualität wünschst, kann eine körperorientierte und traumasensible Begleitung ein guter Raum dafür sein. In meiner Arbeit verbinde ich Sexualberatung mit Körperarbeit, Atem, Pflanzenheilkunde und ganzheitlicher Frauenbegleitung.


Denn manchmal beginnt Veränderung nicht damit, dass wir etwas an uns verändern.

Sondern damit, dass wir uns selbst wieder liebevoll begegnen.

Vereinbare gern ein persönliches Gespräch – vor Ort in Hamburg oder online






Über mich

Ich bin Caroline Molitoris (Heilpraktikerin). Ich begleite Frauen und Paare in Entwicklungs- und Übergangsphasen.


Meine Schwerpunkte sind:

In meiner Arbeit verbinde ich Embodiment, traumasensible Nervensystemregulation und systemische Ansätze, um nachhaltige Veränderungsprozesse auf körperlicher, emotionaler und Beziehungsebene zu begleiten.


 
 
 

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